29. Juni 1996: Einweihung der „Alcina-Uhr“ auf dem Jahnplatz

• Jan-Willem Waterböhr – Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld •

Die Welt ist im Wandel“, heißt es am Anfang von Peter Jacksons ‚Der Herr der Ringe‘-Film-Trilogie. Der Jahnplatz kann eine eigene Welt innerhalb Bielefelds sein und unterliegt ebenfalls einem stetigen Wandel sowie einer kritischen Betrachtung der Bielefelder*innen. Seine Entwicklung entzieht sich gerne der alltäglichen Erinnerung, auch weil er sich den verschiedenen Bedürfnissen der ostwestfälischen „Metropole“ stetig angepasst hat und weiter anpasst. Die gravierendsten Eingriffe hat der Jahnplatz seit seiner amtlichen Benennung in den 1870er Jahren wohl mit der Straßenbahn 1900 und ihrer späteren Verlegung unter die Erde 1991 sowie der Eröffnung des Jahnplatztunnels 1957 erfahren. Seitdem ist er dem zunehmenden Autoverkehr preisgegeben.

Symbole des Wandels sind und waren die Uhren des verkehrsreichsten Platzes in Bielefeld. Prägend war seit 1932 die „Schlanke Eva“, eine hohe Uhr mitten auf dem Jahnplatz, die der anschließenden Neugestaltung 1988 weichen musste. Aber kein Ende ohne Neuanfang: Die „Alcina-Uhr“ ziert bis heute das Zentrum Bielefelds und ist zum Stadtzeichen geworden. Nach dem Entwurf der Studenten Max Wehberg und Jan von Borstel wurde sie am 29. Juni 1996 offiziell eingeweiht. Es war der vorläufige Endpunkt eines langen Prozesses, der nachfolgend in seinen wichtigsten Stationen dargestellt werden soll.

Die Uhren im Wandel des Bielefelder Jahnplatzes

Die Geschichte der drei „Jahnplatzuhren“ seit 1900 ist eng mit der Gestaltung und Verkehrssituation verbunden. Der Jahnplatz wurde erst dann zum Verkehrsknotenpunkt in Bielefeld, als die „Elektrische“ Straßenbahn Linie 1 am 20. Dezember 1900 eröffnet wurde und den Anschluss der heutigen Altstadt zum sich entwickelnden Geschäftsviertel um die Bahnhofstraße ermöglichte. Mit dem Anschluss Bielefelds an die Cöln-Mindener-Eisenbahn 1847 wurde der Jahnplatz zum Durchgang zwischen Altstadt (Niederntor) als bisheriges Zentrum und dem Hauptbahnhof. Dort siedelten sich in den nächsten Jahrzehnten die Reichspost, das Hotel „Zur Post“, der Barmer Bank (heute: Commerzbank) und zur Jahrhundertwende auch die ersten Kaufhäuser an – darunter „Mertens“ und das jüdische Kaufhaus Alsberg, welches unter dem NS-Regime „arisiert“ und zu Opitz wurde. Um 1900 stand auf dem Jahnplatz die erste Normaluhr, welche die zweite Normaluhr in Bielefeld, neben einer weiteren am Hauptbahnhof war. Sie galt schon früh als innerstädtischer Treffpunkt.

Erste Normaluhr auf dem Jahnplatz – vor dem Mertenshaus, um 1910. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,3/Fotosammlung, Nr. 11-1076-030.

Die erste größere Umgestaltung des Jahnplatzes folgte in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, da die Fußgängerquerung zwischen der Altstadt und dem weiterwachsenden Geschäftsviertel in der Bahnhofstraße zunahm und weiterhin den Straßenbahn- und den zunehmenden Autoverkehr kreuzte. 1928 wurde die Grünfläche für die Verlegung des Auto- und Straßenbahnverkehrs über die heutige Alfred-Bozi-Straße zurückgebaut. Damit entstand die prägende Verkehrsachse. Nur wenige Jahre später erhielt die Verkehrsinsel 1932 ein Wartehäuschen für die Straßenbahn sowie die lange das Stadtbild prägende „Schlanke Eva“ (auch „Schlanke Anna“), eine platzüberragende Normaluhr auf einer Säule.

Im Zweiten Weltkrieg nahm der Jahnplatz großen Schaden: Kaum eines der umliegenden Häuser blieb von den Bombenangriffen verschont – schon am 13. Juni 1941 wurden die ersten Häuser am Jahnplatz zerstört, die „Schlanke Eva“ war um 2:27 Uhr stehengeblieben. Der Wiederaufbau erfolgte vereinzelt und in kleinen Schritten. Am 19. Juli 1957 wurde der Jahnplatztunnel für Fußgänger zur Unterquerung der „Jahnplatzspinne“ eröffnet. Damit gaben die Stadtplaner den Platz oberirdisch vollständig dem motorisierten Verkehr preis, auch weil alternative Verkehrsführungen bei der zunehmenden Mobilität in den Jahren des „Wirtschaftswunders“ nicht vorgesehen waren. Die Fußgänger wurden seitdem wie Maulwürfe unterirdisch über (sic!) den Platz geführt.

Jahnplatz mit Blick nach Südwesten, nach Umbau zum Verkehrsknotenpunkt, mit Wartehäuschen und „Schlanker Eva“, nach 1933. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,3/Fotosammlung, Nr. 11-1076-089

Der motorisierte Verkehr auf dem Platz nahm jedoch weiter zu – die Eröffnung des Ostwestfalendamms sorgte langfristig nicht für die erhoffte Verkehrsentlastung der Innenstadt. Die Planungen zur erneuten und umfangreichsten Umgestaltung des Jahnplatzes begannen in den frühen 1980er Jahren. Am 28. April 1991 wurden die unterirdisch verlegten Straßenbahnlinien eröffnet. Parallel war das „Jahnplatzforum“ mit Ladenzeilen ausgebaut und die Verkehrsführung in Teilen zurückgebaut worden. Die Fußgänger sollten den Platz zurückerobern. Die „Schlanke Eva“ überlebte die Umbauten nicht und wurde 1988 zunächst ohne Ersatz abgebrochen. Die heutige Alcina-Uhr folgte erst acht Jahre später.

Ein Wettbewerb für eine neue Uhr scheitert

Die Umgestaltung zu Beginn der 1990er Jahre blieb nicht ohne öffentliche Kritik. Viele vermissten die liebgewonnene „Schlanke Eva“. In der Neuen Westfälischen vom 2. Juli 1992 hieß es nach einer öffentlichen Expertendiskussion: Der Jahnplatz lade nicht zum Verweilen ein,

„eine große Uhr sei zwar nutzlos, weil jeder Passant eine Armbanduhr trägt […]. Doch sympathisch sei sie dennoch (etwa eine Weltuhr), weil sie gut in die Unruhe passe, die den ‚Jahnplatz‘ als Knotenpunkt der Bielefelder Konsummeile charakterisiere.

Die Diskussionen zur Weiterentwicklung des Jahnplatzes hielten an. Eine neue Uhr als Treffpunkt, Stadtzeichen und Kunstwerk sollte her. Anfang 1994 wurde in der Bezirksvertretung Mitte und im Stadtentwicklungsausschuss ein Ideenwettbewerb unter Architekt*innen und Künstler*innen beschlossen, die Vorschläge einreichen sollten:

„[Es] fehlen dem Platz ein eindeutiges Identifikationszeichen und ein Akzent. […] Aus der Öffentlichkeit heraus wird immer wieder der Wunsch nach einem Treffpunkt und nach einer Uhr geäußert, sowie sie bereits auf dem früheren Jahnplatz gestanden hat. […] Die gußeiserne Standuhr aus der Gründerzeit wurde in den 1950er [richtig ist 1932, Anm. d. V.] Jahren durch eine moderne Uhr auf schlankem Mast abgelöst. Nachdem jetzt in den [19]90er Jahren die Straßenbahn in den Untergrund verlegt, der Fußgängertunnel um ein großzügiges Einkaufsforum erweitert und der Platz in neuer Gestalt fertiggestellt worden ist, könnte eine große Uhr als Stadtzeichen den Jahnplatz zeitgemäß akzentuieren.

Dabei solle die Achse vom Adenauerplatz mit einer Uhr, die der „Schlanken Eva“ sehr ähnlichsähe, und der Serra-Plastik vor der Kunsthalle über den Jahnplatz als urbanes Zentrum der Stadt sowie den Willy-Brandt-Platz, ebenfalls mit einer Mastuhr und dem „Spiegel“ vor der Stadthalle von Isa Genzken berücksichtigt werden.

Entwurf aus dem Architektur- und Kunst-Ideenwettbewerb 1994. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 210,48/StadtBlattFoto, Nr. 99

Der Gewinner des ausgerufenen Ideenwettbewerbs sollte „soziale, künstlerische, architektonische und technische Funktion in einem Gebilde zusammenzufassen“. An diesem Anspruch scheiterte jedoch der Wettbewerb: Die eingesetzte Kommission konnte sich nicht auf einen der sieben eingereichten Vorschläge einigen. Die Entwürfe reichten von einem Obelisken in schlichter Gestaltung, einem Turm und einer Säule mit Straßenkarten, jeweils mit integrierter Uhr, über einen hohen Gitterzylinder, der stündlich eine Leinwand entrollte bis zu einer an eine Sonnenuhr erinnernden Konstruktion, deren Schattenstab („Gnomon“) den asymmetrischen Mittelpunkt eines platzüberspannenden Netzdaches bildete. „Keiner der Vorschläge habe den Vorgaben der Ausschreibung entsprochen“, heißt es im Abschlussbericht vom 23. Juni 1994. Die Entwürfe konnten darüber hinaus den komplexen Ansprüchen nach einem Gebrauchsgegenstand, Kunstwerk und Stadtzeichen in den Augen der Jury nicht genügen: Als Gebrauchsgegenstand („Treffpunkt“) genüge die „Belanglosigkeit des Mastes“ nicht aus, sondern müsse „schöne Formen“ und konventionelle Elemente enthalten. Als Kunstobjekt böte keiner der Entwürfe einen Anhaltspunkt zur Auseinandersetzung mit der übrigen Jahnplatzgestaltung. Auch als Stadtzeichen stellten die Entwürfe keinen Bezug zum Jahnplatz oder zur Stadt Bielefeld her, was zur Ablehnung der Platzbesucher*innen führen müsse, so das abschmetternde Urteil der Jury. Sie empfahl der Stadt Bielefeld einen weiteren Wettbewerb mit Kunsthochschulen durchzuführen. Die Ausschreibung müsse von der dialektischen und unerfüllbaren Anforderung an einem künstlerischen und sozial-funktionalen Entwurf befreit werden. Somit war der Wettbewerb gescheitert – die aus der Stadtkasse bereitgestellten Gelder von 35.000 DM mussten an die Bewerber dennoch ausgezahlt werden.

Eine neue Uhr kam zunächst nicht. Jedoch wurden am 19. Juli 1994 vier Uhren an den neuen, überdachten Bushaltestellen und Aufgänge der Stadtbahnen mit Rolltreppe angebracht. Das Design der Überdachungen wurden zu diesem Zeitpunkt häufig als „Wellblechdächer“ verspottet. Eine repräsentative oder ästhetische Funktion übernahmen die funktionalen Uhren nicht.

Ein neues Verfahren und die Einweihung der „Alcina-Uhr“

Das Ansinnen wurde jedoch nicht ad acta gelegt und der Jury-Vorschlag aufgegriffen. Der Jahnplatz sei „Gebrauchs“-Platz, auf dem sich Menschen treffen, was die Entwürfe reflektieren sollten. In einer Befragung der CDU-Ortsgruppe „Mitte-Altstadt“ wurde deutlich, dass sich die Menschen eine Uhr und keine Kunst oder vergleichbares wünschten, was parallel in der Öffentlichkeit diskutiert wurde.

Erneut wurden Entwürfe von Kunsthochschulen und interessierten Bürger*innen gesammelt – etwa 20 Vorschläge gingen im Planungsamt der Stadt Bielefeld ein. Einige der Entwürfe von 1994 und 1995 sind in der Neuen Westfälischen vom 8. Juli 1994 und vom 12. Juli 1995 zu bestaunen. Favorit wurde der Dreichecksuhr-Entwurf der Hamburger Kunststudenten Jan von Borstel und Max Wehberg. Die vorbereitende Auswahl des Planungs- und Hochbauamts für die politischen Gremien ist mit dem Quellenmaterial im Stadtarchiv noch nicht nachvollziehbar. Weitere Forschungen sind mit den Akten notwendig, sobald sie zur Verfügung stehen, um den später erhobenen Vorwurf der Einflussnahme zu bewerten.

Die finale Entscheidung über die Entwürfe wurde zunächst im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss beraten. Anschließend stimmten der Umwelt- und Entwicklungsausschuss, der Kultur- und Sportausschuss sowie am die Bezirksvertretung Mitte am 6. Juli 1995 einstimmig für ebendiesen Entwurf. Für die Uhr, das Fundament und die Aufstellung wurden Gesamtkosten in Höhe 457.000 DM kalkuliert. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Bielefelder Firma Wolff-Alcina bereits eine umfangreiche Spende von 300.000 DM zugesagt – schließlich belief sich die Spende auf 360.000 DM. Die Übrigen 100.000 DM setzten sich aus nicht verwendeten Mitteln zur Umgestaltung der Bahnhofstraße zusammen. Es wurde betont, dass die Stadtkasse nach dem gescheiterten Wettbewerb 1994 nicht weiter belastet werden sollte.

Spende für die Alcina-Uhr auf dem Jahnplatz, ausgestellt von Doris Wolff über 360.000 DM, 2. August 1995. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 102,1/Oberbürgermeister, Nr. 1768

Das Ausbleiben einer Empfehlung des Beirats für Stadtgestaltung vom 16. Juni 1995 wurde allgemein zur Kenntnis genommen, hatte jedoch keinen nennenswerten Einfluss auf die Abstimmungen der Ausschüsse. Der Beschluss war nur aus formalen Gründen der intransparenten Entscheidungsfindung im Hochbauamt kritisiert worden. Im November 1995 wurde die Beschlussvorlage zunächst im Umwelt- und Stadtentwicklungsausschuss, anschließend im Finanz- und Personalausschuss sowie abschließend im Rat der Stadt Bielefeld beraten und, wie in den Gremien festgelegt, durchgewunken.

Die Realisierung des Entwurfs der beiden Studenten hatte schlussendlich die in Bielefeld ansässige Firma Wolf-Alcina ermöglicht. Das ursprüngliche Modell mit einer Höhe von zwölf Metern und einer oberen Seitenlänge von drei Metern und verjüngendem Verlauf auf 1,5 Meter wurde auf eine Gesamthöhe von zehn Metern mit verjüngendem Seitenverlauf und drei Zifferblättern mit einem Durchmesser von 1,75 Metern reduziert, die von den drei Hauptachsen (Niederwall, Herforder und Alfred-Bozi-Straße) aus sichtbar sind.

Am Samstag, 29. Juni 1996 war es dann so weit. Mit einem Festakt auf dem Jahnplatz übergab die Sponsorin Doris Wolff von Wolff-Alcina die Uhr als „Anstecknadel des Platzes“ der Stadt Bielefeld. Oberbürgermeisterin Angelika Dopheide bezeichnete die Uhr als Zeichen des bürgerlichen Engagements und als Bekenntnis zu Bielefeld. Auch die beiden Künstler waren anwesend. Sie überreichten drei der charakteristischen Bronze-Flechtknoten mit der Aufschrift „Alcina Uhr“ an Doris und Reinhard Wolff (Vorsitzender des Einzelhandelsverbands) und Angelika Dopheide.

Damit zierte eine dritte Uhr seit 1900 das Verkehrszentrum der Stadt. Bielefeld war gleichzeitig um ein Kunstgewerbeobjekt reicher und schloss die gedachte Kunst- und Verkehrsachse von der Kunsthalle über den Jahn- und Willy-Brandt-Platz bis zur Stadthalle.

Die meisten Stimmen in der Presse waren positiv: „Schmuckstück“, „Aufwertung des Jahnplatzes“ oder „passt hier hin“ sind dafür nur einige Schlagworte der Passant*innen. Kritische Stimmen bemängelten, dass die Uhr besser in der Mitte Jahnplatzes gestanden hätte und dass der „Zahnstocher, der in der Erde verschwindet […], wie ein Mahnmal für den Holocaust“ wirke. (NW 1.7.1996)

Bürgerliches Engagement – Werbung – Stadtzeichen?

Der Vergleich mit dem Holocaustmahnmal in Berlin erscheint aus heutiger Sicht verfehlt, ist er aber Ausdruck der zeitgenössischen Debatte über moderne Kunst im öffentlichen Raum. Ob Spindelbrunnen, Spiegel an der Stadthalle, Kunsthalle oder auch ganze Platzarchitekturen: Eine gesamtgesellschaftliche Akzeptanz war und ist nicht zu erwarten. Die Vereinbarkeit von Verkehrs-, Sozial- und Konsumraum in der Bielefelder Innenstadt bleibt eine komplexe Herausforderung der kommunalen Städteplanung, weil sich die Anforderungen von Konsum- und Verkehrsgestaltung ebenso dynamisch entwickeln, wie die Ansprüche an innerstädtische Sozial- und Begegnungsräume. Kunst und Kunstobjekte unterstützen ebendiese Integration und die soziale Funktion der Architektur im öffentlichen Raum, die häufig anderen Funktionen untergeordnet wird. Sie sind daher mehr als nur Ästhetik im öffentlichen Raum: Sie regen die kontinuierliche Auseinandersetzung der einerseits funktionalen und andererseits sozialen Raumgestaltung des städtischen Zusammenlebens im Alltag an. Stifter*innen, Stadtverwaltung und Bürger*innen tun gut daran, die Platzgestaltung als fortlaufenden Prozess zu gestalten und nicht als Unvereinbarkeit von Ästhetik und Funktionalität zu verstehen.

Die „Alcinauhr“ als integriertes Stadtzeichen im Wandgraffitti in der Einkaufspassage „Loom“, 2026. Fotograf: Jan-Willem Waterböhr

Die Jahnplatzuhren sind in der Rückschau zum Wahrzeichen des Platzes, die Alcina-Uhr erstmalig auch der Stadt geworden. Sie hat wohl keinen nachhaltigen Werbeeffekt erzielt – der Begriff „Alcina“-Uhr spielt im Alltag eine geringe Rolle. Dem Vorwurf der intransparenten Entscheidungsfindung und Einflussnahme muss weiter nachgegangen werden. Festzuhalten ist jedoch auch, dass keine lokale oder kommunale Initiative, sondern die Uhr erst mit der Unterstützung eines lokalen Unternehmens, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und -politik errichtet werden konnte. Die Alcina-Uhr ist ein markanter Treff- und Orientierungspunkt im Alltag, der auf dem Weihnachtsmarkt verschwindet, auf Stadtfesten stört und bei politischen Kundgebungen immer wieder (illegal) erklommen und damit erneut sichtbar wird. Mit der letzten Jahnplatzumgestaltung zur Mitte der 2020er Jahre erhielt die Uhr festinstallierte Sitzgelegenheiten und dürfte – wie anfänglich beabsichtigt – den zentralen „Treffpunkt“ in der Innenstadt gefestigt haben.

Quellen

  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 100,2/Oberbürgermeister, Nr. 919
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 102,1/Oberbürgermeister, Nr. 1768
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 107,1/Kulturdezernat, Nr. 616
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 140/Protokolle, Nr. 1197
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 140/Protokolle, Nr. 1960
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 140/Protokolle, Nr. 2902
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 140/Protokolle, Nr. 3489
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 210,47/StadtBlatt, Nr. 128
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 210,48/StadtBlattFoto, Nr. 99
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 210,66/Westfalen-Blatt-Fotoarchiv, Nr. 11
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,2/Zeitungen, Nr. 32: Neue Westfälische vom 8. Juli 1994
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,2/Zeitungen, Nr. 32: Neue Westfälische vom 1. Juli 1996
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,2/Zeitungen, Nr. 32: Neue Westfälische vom 12. Juli 1996
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,2/Zeitungen, Nr. 32: Neue Westfälische vom 22. November 2016
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,2/Zeitungen, Nr. 54: Westfalen Blatt vom 1. Juli 1996

Literatur

  • Bielefeld Planungsamt (Hrsg.), Ein Stadtzeichen für den Jahnplatz?, Bielefeld 1992
  • Henschel, Helmut / Rath, Jochen / Vohwinkel, Andreas, Bielefeld in den 50er- und 60er Jahren, Gudensberg 2023
  • Neue Westfälische, Jahnplatz – gestern und heute. Zeitgeschichtliche Dokumentation (NW-Film), 2007
  • Vogelsang, Reinhard, Geschichte der Stadt Bielefeld. Bd. 2: Von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Erstens Weltkriegs, Bielefeld 1988
  • Vogelsang, Reinhard, Geschichte der Stadt Bielefeld. Bd. 3: Von der Novemberrevolution 1918 bis zum Ende des 20. Jahrhunderts, Bielefeld 2005

Internetressourcen

Erstveröffentlichung: 01.06.2026

Hinweis zur Zitation:
Waterböhr, Jan-Willem, 29. Juni 1996: Einweihung der „Alcina-Uhr“ auf dem Jahnplatz, https://historischer-rueckklick-bielefeld.com/2026/06/01/01062026/, Bielefeld 2026

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..