1. Dezember 1972: Schließung des Deutschen Spielkartenmuseums auf der Sparrenburg

• Jan-Willem Waterböhr, Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld •

Einleitung

Das kann doch wohl nicht wahr sein, Herr Kaselowsky“, zitiert das Westfalen-Blatt Oberbürgermeister Herbert Hinnendahl (1914-1993) am 1. September 1972. Ohne Kenntnis der Öffentlichkeit oder anderer Beteiligten hatte Richard Kaselowsky jun. die in seinem Privateigentum befindliche, auf der Sparrenburg öffentlich ausgestellte Spielkartensammlung an die Spielkarten Fabrik ASS in Stuttgart-Leinfelden verkauft.

Für die außergewöhnliche Privatsammlung war eigens das Bielefelder Deutsche Spielkartenmuseum eingerichtet worden, welches vom 9. Januar 1955 internationale, kulturell- und historisch bedeutsame Spiel- und andere Karten als Alltagsgegenstände und Kunstobjekte der interessierten Öffentlichkeit präsentierte. Infolge des Verkaufs schloss das Museum nach 18 Jahren erfolgreichen Betriebs am 1. Dezember 1972. Zeit für eine Rückschau.

Anfänge und Eröffnung des Spielkartenmuseums

Richard Kaselowsky jun. (1921-2002) war Sohn des Unternehmers Richard Kaselowsky sen. (1888-1944), der das Bielefelder Unternehmen Dr. Oetker während der Zeit des Nationalsozialismus leitete. Nach dem Tod seines Vaters übernahm Richard jun. die E. Gundlach AG (später: Gundlach Holding), die zum Dr. Oetker Konzern gehörte und deren mehrheitlicher Vorstandsmitglied er 1949 wurde.

Spielkarte der deutschen Romantik aus Tübingen 1806, in: Pinder, Eduard, Spielkarten aus dem Deutschen Spielkartenmuseum in Bielefeld, Biberbach a.d.R. 1959

Das Unternehmen wurde 1847 vom Buchbindermeister Ernst Ludwig Gundlach (geboren 1818) gegründet und 1900 zur Aktiengesellschaft umgeformt. Neben Kartonagen wurden auch Druck-, Lithographie- und Steindruckerzeugnisse hergestellt. 1948 befanden sich im Portfolio der AG Tisch- und Taschenkalender sowie Lederwerbeerzeugnisse, unter anderem auch Skatspieletuits – der bisher einzig auffindbare, direkte Bezug zu Spielkarten. Heute noch bekanntes, aber 1935 eingestelltes Produkt der E. Gundlach AG war der Bielefelder Generalanzeiger, der Vorgänger der Westfälischen Neuesten Nachrichten – jene bekannte, Bielefelder Zeitung, die der NSDAP und den Nationalsozialisten nahestand.

Eine der Vorlieben Richard Kaselowskys jun. war das Sammeln von historischen und internationalen Spielkarten. 1952 erwarb er die bestehende Sammlung des Hamburger Baurats Dr. Werner Jakstein (1876-1961) käuflich. Dr. Jakstein hatte über 40 Jahre aus privatem Interesse die einzigartige Sammlung aufgebaut – anekdotisch ist überliefert, dass ihn seine Frau wegen der Sammelleidenschaft verlassen habe. Die insgesamt 300 Spiele aus fünf Jahrhunderten umfassten 8.000 Blätter aus europäischen Ländern (vornehmlich Frankreich, Spanien und Italien) sowie Indien, China, Korea und Japan. In den Folgejahren wurde die Sammlung auf bis zum Schluss mehr als 110.000 Spielkarten, Grafiken und Kunstdrucke erweitert, die eine Zeitspanne von sechs Jahrhunderten umspannte.

Richard Kaselowsky jun. (mitte), Dr. Rudolf Oetker und Oberbürgermeister Artur Ladebeck (ganz rechts) bei der Eröffnung des Spielkartenmuseums, 9. September 1955. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand400,3/Fotosammlung, Nr. 71-006-002

Nach Erwerb der Sammlung wurde am 19. Juli 1954 die Deutsche Spielkarten-Museum GmbH gegründet. Ihr überließ Richard Kaselowsky jun. die Spielkartensammlung mit dem Auftrag zur Gründung des Spielkartenmuseums. Die Betreuung und Pflege der Sammlung übernahm Dr. Eduard Pinder (1913-1965), Direktor der Bielefelder Museen sowie sein Nachfolger Joachim Wolfgang von Moltke (1909-2002). Die anfallenden Kosten (u.a. Strom, Personal, Versicherung) übernahmen die übrigen Gesellschafter, die sich im Wesentlichen aus Unternehmern wie Richard Kaselowsky zusammensetzten. Die Stadt Bielefeld stellte lediglich die Räumlichkeiten im 2. Obergeschoss des Wirtschaftsgebäudes auf der Sparrenburg. So sollte auch vermieden werden, dass eine dauerhafte Werbung für die E. Gundlach AG entstand. Selbstbewusst resümierte Eberhard Pinder ein Jahr vor dem zehnten Jubiläum des Museums 1964:

Die Voraussetzungen [für das Deutsche Spielkartenmuseum] wurden in den vorangegangenen drei Jahren geschaffen und sind in mancher Beziehung beispielhaft. Private Initiative, vorausschauende Planung und verständnisvolles Zusammenwirken von Wirtschaft, Stadtverwaltung und Wissenschaft haben hier eine Institution schaffen können, die inzwischen Weltgeltung erlangt und darüber hinaus sich und damit Bielefeld viele Freunde in allen Ländern der Erde erworben hat.

Anlässlich der Eröffnung fand am 9. Januar 1955 eine Feierstunde in den Räumen des Spielkartenmuseums statt.

Dauer- und Sonderausstellung im Spielkartenmuseum

Die Karten wurden seit 1953 zunächst in provisorisch hergerichteten Räumen gezeigt. Im September 1958 öffnete der neue Schauraum im Wirtschaftsgebäude der Sparrenburg – das Spielkartenmuseum erhielt deutlich mehr Platz und eine neue Ausstattung. Kleine Erweiterungen und Umbauten folgten mehrfach.

Mit der Eröffnung des Museums wurden Spielkarten aus fünf Jahrhunderten der breiten Öffentlichkeit präsentiert – die genaue Anzahl der zur Eröffnung gezeigten Karten lässt sich nicht mehr ermitteln. Enthalten waren beispielsweise eine indische Spielkarte aus der Mogulzeit um 1500 sowie eine tibetanische Karte, die auf Leinen gemalt worden war – ein einzelnes weiteres Exemplar befand sich in einem Londoner Museum, wie die Freue Presse am 20. Juli 1954 berichtete. Die älteste Karte stammte aus der Anfangszeit der europäischen Spielkarten und wurde auf etwa 1460 datiert. Die Intention der Ausstellung erschöpfte sich in „allgemeiner Bildung und Forschung“, mit gesondertem Studienarchiv und einer eigenen Bibliothek, die 1965 970 Bücher umfasste.

Französische Karte (Holzschnitt), ca. 1790, in: Deutsches Spielkartenmuseum GmbH (Hrsg.), Spielkarten aus fünf Jahrhunderten, Bielefeld o.J. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,10/Zeitgeschichtliche Sammlung, Nr. 4680

Schon am 17. September 1955 berichtete die Westfälische Zeitung, dass das Spielkartenmuseum bis zu 500 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt verzeichnen konnte. Ein Trend, der sich bis in die zweite Hälfte der 1960er-Jahre fortsetze. Am 13. Januar 1960, zum fünfjährigen Bestehen des Spielkartenmuseums berichtete die Westfälische Zeitung einen Sammlungsumfang von 2.000 Kartenspielen, die 80.000 Blätter umfassten. Die Sammlung war ein Jahr zuvor um Raritäten aus Mittelamerika erweitert worden, deren Alter nur auf mehrere Jahrhunderte geschätzt werden konnte sowie um französische Holzschnittkarten aus dem 16. Jahrhundert. Am 8. Januar 1964 berichtete die Neue Presse, dass ein indisches Spiel „Gandjifah“ aus dem 18. Jahrhundert in die Sammlung des Spielkartenmuseums aufgenommen wurde. Nach einer Reise durch Indien habe der Geologe R. van Leyden aus Bamberg auf Bitten von Dr. Eduard Pinder ihm die 104 Blatt aus Elfenbein mitgebracht. Sie zeigten neben höfischen Szenen in Indien auch koloniale Motive – eine kreolische Darstellung eines Reiters in europäischer Uniform und Dreispitz. Ende 1972 umfasste die Sammlung mehr als 110.000 Spielkarten aus über 3.500 Spielen.

Nicht zuletzt waren solche Netzwerke Grundlage für die Popularität des Spielkartenmuseums, auch die Sonderausstellungen trugen ihren Anteil für den Erfolg bei. Nur einige wenige Beispiele: Mehrere Teilsammlungen wurden auf internationalen Ausstellungen von Spielkarten gezeigt. Für die internationale Spielkartenkonferenz, die anlässlich des 125-jährigen Bestehens der größten britischen Spielkartenfabrik De La Rue in London von 7. bis 15. Oktober 1957 stattfand, wurden 7.436 Blätter ausgewählt. Austeller aus 32 Ländern waren zugegen – ein Interview mit Eduard Pinder wurde am 24. Oktober 1957 in der BBC London ausgestrahlt. Bis 1960, innerhalb der ersten fünf Jahre nach Eröffnung des Spielkartenmuseums, waren mehrere Sonderausstellungen außerhalb Bielefeld in Haarlem, London, Zürich und auf der Weltausstellung in Brüssel (1958) realisiert worden.

Vom 15. Juli 1966 bis 15. Januar 1967 wurde die Sonderausstellung „Französische Karten des 20. Jahrhunderts“ gezeigt. Anlass war eine Besonderheit des zehnten Jubiläums des Spielkartenmuseums, welches ein Jahr zuvor begangen worden war. Präsentiert wurden die Entwürfe der ukrainisch-französischen Künstlerin Sonja Delaunay (1885-1979) für das Kartenspiel „Simultané“, welches von Pinder anlässlich des Jubiläums entwickelt worden war. Für das Rommé-Bridge-Doppelspiel hatte sie Anfang der 1960er-Jahre die Gestaltung der Karten übernommen – erste Entwürfe gingen auf 1938 zurück. „Simultané“ wurde in einer ersten Auflage 1964 veröffentlicht – ein Jahr vor dem Tod seines Erfinders. Sonja Delaunay konnte aus gesundheitlichen Gründen an der Eröffnung nicht teilnehmen. Sie besuchte Bielefeld wieder zur Eröffnung der Kunsthalle 1968.

Es wurden jedoch auch Spielkartenentwürfe von fünf anderen Künstlerinnen und Künstlern gezeigt: Léonor Fini, André Francois, A.M. Cassandre und Jean Piccant le Dout. Erstmals war es ergänzend zu den Führungen möglich, einen „Batterieempfänger“ für die Besucherinnen und Besucher zu mieten, welcher ein Tonband abspielen konnte. Heute gehören Audio-Guides zur Standardausrüstung jedes Museums.

Einladungsflyer zur Sonderausstellung „Don Quichote, Pelikan, Vitzliputzli – Taroke mit französischen Farben“, 1967. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,10/Zeitgeschichtliche Sammlung, Nr. 4941

Zwischen dem 2. Juli 1967 und dem 15. April 1968 wurde die Sonderausstellung „Don Quichote, Pelikan, Vitzliputzli – Taroke mit französischen Farben“ gezeigt. Das in Südfrankreich und Marseille beliebte Kartenspiel konnte aus eigenen Beständen der Sammlung zusammengestellt werden. Die Blätter aus dem mittleren 18. Jahrhundert bis etwa 1906 zeigten vornehmlich symbolisch aufgeladene Abbildungen: allegorische Darstellungen von Tugenden, Tierkreiszeichen, Narren und Gaukler, aber auch Jagdszenen, Stadtansichten sowie Szenen aus Mythen und Folklore.

Am 17. September 1972 eröffnete die letzte Sonderausstellung, nachdem schon bekannt geworden war, dass das Spielkartenmuseum schließen werde. Unter dem Titel „Wahrsagekarten“ wurden 75 Spiele mit etwa 1.800 Karten aus erneut fünf Jahrhunderten gezeigt – die älteste „ratgebende“ Karte stammte aus dem Jahr 1520. Begleitend erschien der Ausstellungskatalog „Wahrsagekarten – ein Beitrag zur Geschichte des Okkultismus“.

Verkauf der Sammlung und Schließung des Museums

Noch während die letzte Ausstellung konzipiert wurde, unterrichtete Oberbürgermeister Herbert Hinnendahl den Kulturausschuss darüber, dass die private Spielkartensammlung nach Stuttgart verkauft worden war. Dr. von Moltke, Leiter der Bielefelder Museen, teilte dem Kulturausschuss am 19. September 1972 mit, dass er selbst erst im August von dem Verkauf erfahren habe und es bedauere, dass „der Stadt Bielefeld keine Gelegenheit gegeben wurde, wegen der Übernahme des Spielkarten-Museums mit Herrn Kaselowsky zu verhandeln.“ Oberbürgermeister Hinnendahl berichtete, dass Richard Kaselowsky im persönlichen Gespräch eröffnet habe, die Sammlung von Anfang an zu veräußern und er die Stadt Bielefeld im Vorfeld nicht informiert habe, um die Vertragsgestaltung nicht zu beeinflussen. Somit war zur Mitte des Jahres bekannt geworden, dass das Spielkartenmuseum auf der Burg „Sparrenberg“ geschlossen werden würde.

Lehrkarte für den Buchstaben ‚R‘, Kupferstich 1780, in: Deutsches Spielkartenmuseum GmbH (Hrsg.), Spielkarten aus fünf Jahrhunderten, Bielefeld o.J. Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,10/Zeitgeschichtliche Sammlung, Nr. 4680

Die Enttäuschung in Bielefeld war groß, wenn auch in der Ausgabe des Westfalen Blatts vom 1. September 1972 sich versöhnliche Worte finden:

Auch wenn das Spielkarten-Museum zu Bielefeld gehört wie der Eifelturm zu Paris, […] in der Leineweberstadt wird keine Welt zusammenbrechen. […] Und auch wer diese Entscheidung akzeptiert, wird kaum Verständnis dafür aufbringen, daß er [Richard Kaselowsky jun.] der Stadt Bielefeld nicht einmal die Chance gab, diese einzigartige Sammlung in ihren Mauern zu halten.

Nach dem Besuch der neuen Eigentümer in Bielefeld schrieb Dr. von Moltke an Herrn Dr. Ziegler von der ASS-Spielkartenfabrik: „Ich bin sehr glücklich zu wissen, daß die Sammlung in gute Obhut kommt, wenngleich unser Abschiedsschmerz unvermindert groß ist.

Noch im Dezember 1972 hatte die Vereinigte Altenburger und Stralsunder Spielkarten-Fabriken AG angeboten, einen Teil der Ausstellung dauerhaft in Bielefeld zu zeigen, wenn die Stadt die Kosten für Unterbringung, Bewachung und Pflege aufbringen würde. Die Kosten hätten sich auf etwa 10.000 Mark jährlich belaufen – die Stadt übernahm zunächst die Kosten. Die erste Folgeausstellung öffnete am 12. August 1973 mit Leihgaben aus dem Historischen Museum Frankfurt, da sich die Zusammenführung der Stuttgarter und Bielefelder Sammlungen verzögerten. Es folgten Sonderausstellung zu „Indische Spielkarten“, „Kostbaren Spielkarten“. Auch für das Jahr 1978 wurde die Ausstellung „Moderne Spielkartengrafik 1945-1978“ konzipiert. Nach Verkauf der Spielkartensammlung blieb der Verein bestehen und wurde mit Mitgliedern aus Stuttgart ergänzt. Auch außerhalb Bielefelds zeigte der Verein weiterhin Teile der Sammlung – z.B. über den Jahreswechsel 1976/1977 in Hamburg „Karten zum Spielen und Wahrsagen“ sowie in Stuttgart auf der Landesgartenschau „Blumen und Spielkarten“.

Sammelleidenschaft und internationale Bedeutung

Ein klar erkennbarer Bezug zu Bielefeld ist in den Spielkarten anfangs nicht zu erkennen gewesen – der Bezug zur E. Gundlach AG liegt in den Kunstdrucken, Gundlach selbst druckte jedoch keine Spielkarten. Das Spielkartenmuseum kann daher einerseits als historisches Kuriosum der Leineweberstadt gewertet werden. Andererseits strahlte die etwas kautzig wirkende Sammelleidenschaft Richard Kaselowskys als bis dahin einzigartige Kunstsammlung weit über die Stadtgrenzen bis zur Weltausstellung nach Brüssel hinaus. Über den Antrieb Richard Kaselowskys, ausgerechnet Kunstdrucke in Form von Spielkarten zu sammeln, äußerte er sich medienwirksam nur in der Begleitbroschüre der Ausstellung „Spielkarten aus fünf Jahrhunderten“ (vermutlich 1955) – sie bietet einen indirekten Einblick in die persönlichen Motive:

Es ist die beste Tradition des ‚königlichen Kaufmanns‘, um ein nahes inneres Verhältnis zu seiner Ware bemüht zu sein. […] Er wird erkennen, daß er aus dem Wissen um die Herkunft des Gegenstandes, dem er seine Lebensarbeit widmet, Kraft für die Gestaltung seiner Zukunft schöpft.

Eduard Pinder hielt 1964 fest, dass die Fragen, wer auf den Spielkarten abgebildet sei, wie sich die Abbildungen änderten, wo die Karten herstammten und warum aus Spielkarten die Zukunft abgelesen werden könne, eine internationale und akademische Diskussion geöffnet habe und die einfache Ausstellung einer ästhetischen Privatsammlung erweitere.

Ein heutiges, vergleichbares und neu aufzusetzendes Spielkartenmuseum mit historischer Perspektive würde und müsste über die Kunstdrucke hinaus die Spielkarten als Form der Alltags- und Spielkultur sowie über soziale Grenzen zwischen internationalem Adel, Bürgertum, Arbeiterklassen und Armutsschichten darstellen. Daher ist das Bielefelder Spielkartenmuseum auch Ausdruck musealer Kultur der 1950er- bis 1970er-Jahre. Der Reiz dürfte in der Kunstausstellung eines Alltagsgegenstands gelegen haben, zu dem fast jede Bielefelderin und jeder Bielefelder eine Beziehung gehabt haben dürfte. Mit der Eröffnung der Kunsthalle 1968 vermuten Bernd J. Wagner und Bärbel Sunderbrink, dass ein erschöpfendes Kunstangebot in der Stadt geschaffen wurde, welches dem Spielkartenmuseum die Attraktivität nahm.

Heute ist die noch immer bestehende und erweiterte Sammlung Teil wechselnder Ausstellungen im Stadtmuseum Leinfelden-Echterdingen und feierte 2022 das 40-jährige Bestehen. Die Sammlung umfasst heute über 30.000 Kartenspiele mit mehr als einer Million Spielkarten, die aus allen fünf Kontinenten aus sieben Jahrhunderten stammen.

Quellen

  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 107,1/Kulturdezernat, Nr. 354
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 107,4/Kunsthalle, Nr. 519
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 108,11/Amt für Wirtschaft und Verkehr, Nr. 35, Nr. 95
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,1/Westermann-Sammlung, Bd. 210,1 bis 3
  • Stadtarchiv Bielefeld, Bestand 400,10/Zeitgeschichtliche Sammlung, Nr. 4679, 4680, 4941

Literatur

  • Engels, Hans-Werner, Jakstein, Werner,in: Kopitzsch, Franklin / Brietzke, Dirk (Hrsg.), Hamburgische Biografie (Bd. 4), Göttingen 2008, S. 175–176
  • E. Gundlach AG, Von Kalendern und anderen Werbegaben, Bielefeld 1948
  • Friese, Franz, 100 Jahre E Gundlach Aktiengesellschaft, Bielefeld 1947
  • Pinder, Eberhard, Das Deutsche Spielkartenmuseum in Bielefeld, in: Graphische Woche, Heft 35/36 (1964), S. 1538-1540
  • Sunderbrink, Bärbel / Wagner, Bernd J., Das war das 20. Jahrhundert in Bielefeld, Gudensberg-Gleichen 2001

Waterböhr, Jan-Willem, 1. Dezember 1972: Schließung des Deutschen Spielkartenmuseums auf der Sparrenburg, https://historischer-rueckklick-bielefeld.com/2022/12/01/01122022/, Bielefeld 2022

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